Markus Menzel

03 Anschlussfinanzierung

Forward-Darlehen

Beim Forward-Darlehen (Darlehen auf Vorrat) wird das aktuelle Zinsniveau für eine Anschlussfinanzierung gesichert, welche erst in den Folgejahren benötigt wird.

Die Forward-Periode bezeichnet dabei die Zeitspanne zwischen Vertragsschluss und Laufzeitbeginn, bei der keine Kredit- oder Bereitstellungszinsen anfallen. Wenn die Sollzinsbindung des ersten Vertrages in den nächsten Jahren ausläuft und das aktuelle Zinsniveau niedrig scheint, so ist es möglich, dass Sie sich diese günstigen Konditionen schon für die Zukunft sichern. Auch wenn die Zinsen nun steigen sollten, bleiben Sie davon unberührt.

Sie können somit schon frühzeitig planen, wie hoch Ihr Sollzins der Anschlussfinanzierung ausfallen wird. Andersherum kann der Vertrag nicht wiederrufen werden, wenn die Zinsen in den Folgejahren weiter fallen. Für die Reservierung des Zinses wird seitens der Bank in der Regel ein monatlicher Zinsaufschlag berechnet, dessen Höhe von Bank zu Bank unterschiedlich ausfällt. Je näher die Anschlussfinanzierung rückt, desto geringer ist der Aufschlag. Bei Vorlaufzeiten von weniger als zwölf Monaten verlangen einige Banken sogar keine Erhöhungen.

Zum anderen ist eine Umschuldung jedoch auch schon während der Erstfinanzierung möglich. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen kann, um die durch den Wechsel entfallenen Zinseinnahmen auszugleichen. Die Höhe der Entschädigung ist demnach abhängig von der Restschuld, der Restlaufzeit sowie dem vereinbarten Zins und dem derzeit herrschenden Zinsniveau. Wenn deutliche Unterschiede zwischen den Zinssätzen des aktuellen und des neuen Kreditunternehmens bestehen, kann sich eine solche Umschuldung jedoch in vielen Fällen trotzdem lohnen. Das Einsparpotential durch eine Anschlussfinanzierung mit einem niedrigeren Zinssatz kann enorm sein.

Zehn Jahre nach Abschluss des Vertrags besteht zudem aus rechtlicher Sicht die Möglichkeit, die Baufinanzierung ohne Vorfälligkeitsentschädigungen zu beenden (§ 489 I Nr. 3 BGB) und das Darlehen mit einer Frist von sechs Monaten ganz oder teilweise zurückzuzahlen. Der Beginn dieser zehn Jahre ist der Tag, an dem die Kreditsumme vollständig ausgezahlt ist.